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Hinweis: Für die auf dieser Homepage veröffentlichten reglemantarischen Bestimmungen kann keine Gewähr für deren Richtigkeit abgegeben werden. Massgebend ist auf jeden Fall die gedruckte Version. Diese kann bei der Geschäftsführung bezogen werden.  
 


Merkblatt über die Durchführung der Wohneigentumsförderung mit Mitteln der beruflichen Vorsorge

  1. Gesetzliche Grundlagen


    1.1. Voraussetzungen
    Die Mittel aus beruflicher Vorsorge können für folgende Zwecke genutzt werden:
    a) Erwerb und Erstellung von Wohneigentum,
    b) Beteiligung an Wohneigentum,
    c) Rückzahlung von Hypothekardarlehen,
    d) Wertvermehrende oder werterhaltende Investitionen am bestehenden Wohneigentum.
    Nicht zulässig ist die Finanzierung des gewöhnlichen Unterhalts oder der
    Hypothekarzinsen.
    Es darf jeweils nur ein Objekt finanziert werden. Das finanzierte Objekt muss dem
    Eigenbedarf dienen (keine Zweit- oder Ferienwohnung).

    1.2. Zulässige Objekte
    Als Wohneigentum gilt, was die folgenden Voraussetzungen erfüllt:

    Zulässige Objekte   Zulässige Formen (direkter Besitz)
    a) die Wohnung,   a) das Eigentum,
    b) das Einfamilienhaus.   b) das Miteigentum, namentlich das Stockwerkeigentum,
        c) das selbständige und dauernde Baurecht.

    Zulässige Beteiligungen (indirekter Besitz):
    a) der Erwerb von Anteilscheinen an einer Wohnbaugenossenschaft,
    b) der Erwerb von Aktien einer Mieter-Aktiengesellschaft,
    c) die Gewährung eines Darlehens an einen gemeinnützigen Wohnbauträger.

    1.3. Nutzung / Voraussetzung
    Es bestehen zwei Nutzungsvarianten, der Vorbezug und die Verpfändung der
    Vorsorgeansprüche. Voraussetzung ist eine volle Arbeitsfähigkeit.

    1.4. Mindest- und Höchstbetrag / Fristen
    Der für die Wohneigentumsförderung maximal verfügbare Betrag entspricht bis Alter 50
    der vollen erworbenen Austrittsleistung. Nach Alter 50 steht im Maximum der Betrag der
    im Alter 50 erworbenen Austrittsleistung oder die Hälfte der Austrittsleistung im Zeitpunkt
    des Vorbezugs zur Verfügung. Anstelle der Austrittsleistung können auch die
    Vorsorgeleistungen verpfändet werden.
    Von den Möglichkeiten eines Vorbezugs kann längstens bis 3 Jahre vor Entstehung des
    Anspruchs auf Altersleistungen Gebrauch gemacht werden. Der Vorbezug kann mehrmals
    getätigt werden. Der minimale Vorbezug beträgt Fr. 20'000.-- (für Anteilscheine ist auch
    ein tieferer Betrag zulässig). Zwischen zwei Vorbezügen besteht eine Mindestwartefrist
    von 5 Jahren. Bei Vorbezug oder Verpfändung ist die schriftliche Zustimmung des
    Ehegatten erforderlich.

    1.5. Leistungskürzungen
    Die versicherten Leistungen werden im Ausmass des vorbezogenen oder pfandverwerteten
    Vorsorgeanspruchs reduziert. Es wird dem Versicherten empfohlen, die persönliche
    Vorsorgesituation überprüfen zu lassen und evtl. eine private Ersatzversicherung
    abzuschliessen. Die Kosten für diese Zusatzversicherung sind vom Versicherten zu tragen.

    1.6. Veräusserungsbeschränkung
    Bei einem Vorbezug bzw. Pfandverwertung wird zur Sicherstellung des Vorsorgezwecks
    eine Veräusserungsbeschränkung im Grundbuch eingetragen, welche festhält, dass bei
    einer Veräusserung des Wohneigentums der vorbezogene Betrag an die Pensionskasse
    zurückzuzahlen ist. Die Veräusserungsbeschränkung kann vom Versicherten erst nach
    erfolgter Rückzahlung des Vorbezugs, spätestens jedoch drei Jahre vor Entstehung des
    Anspruchs auf die Altersleistung, gelöscht werden.
    Die Pensionskasse informiert die Versicherten im Detail über die Möglichkeiten und Folgen
    der Wohneigentumsförderung mit Mitteln aus der beruflichen Vorsorge. Sie ist auch für
    die Durchführung und Überwachung der zu treffenden Massnahmen verantwortlich;
    Grundlage hierfür bildet das vom Stiftungsrat erlassene Reglement für die Durchführung
    des Wohneigentumsförderungsgesetzes.

  2. Wohneigentumsförderung und Steuern

    2.1. Besteuerung
    Ein Vorbezug bzw. eine Pfandverwertung hat die gleichzeitige Besteuerung des
    Vorsorgeguthabens durch Bund und Kantone zur Folge. Auskunft über die Höhe der
    Steuer erteilt die zuständige Steuerbehörde. Der Versicherte muss unbedingt die
    Steuerrechnung aufbewahren!

    2.2. Rückerstattung der Steuern
    Bei Rückzahlung des Vorbezugs wird der bezahlte Steuerbetrag ohne Zins zurückerstattet.
    Liegen mehrere Vorbezüge vor, erfolgt bei deren Rückzahlung die Rückerstattung der
    bezahlten Steuern in der Reihenfolge der ausbezahlten Vorbezüge. Die gleiche Reihenfolge
    gilt, wenn mehrere Kantone betroffen sind.
    Für die Rückerstattung des Steuerbetrags ist ein schriftliches Gesuch an diejenige
    Steuerbehörde zu richten, die ihn erhoben hat. Der Gesuchsteller hat eine Bescheinigung
    einzureichen über
    - die Rückzahlung,
    - das im Wohneigentum investierte Vorsorgekapital,
    - den bezahlten Steuerbetrag an Bund, Kanton und Gemeinde.

  3. Rückzahlung des Vorbezugs

    3.1. Zwingende Rückzahlung
    Der bezogene Betrag muss vom Versicherten oder von seinen Erben an die
    Vorsorgeeinrichtung zurückbezahlt werden, wenn
    - das Wohneigentum veräussert wird,
    - Rechte an diesem Wohneigentum eingeräumt werden, die wirtschaftlich einer
    Veräusserung gleichkommen oder
    - beim Tod des Versicherten keine Vorsorgeleistung fällig wird.

    3.2. Freiwillige Rückzahlung
    Der Versicherte kann im Übrigen den bezogenen Betrag grundsätzlich jederzeit
    zurückzahlen. Die Rückzahlung ist zulässig bis
    - drei Jahre vor Entstehung des Anspruchs auf Altersleistungen,
    - zum Eintritt eines anderen Vorsorgefalles oder
    - zur Barauszahlung der Freizügigkeitsleistung.

    3.3. Allgemeine Bestimmungen
    Will der Versicherte den aus einer Veräusserung des Wohneigentums erzielten Erlös im
    Umfang des Vorbezugs innerhalb von zwei Jahren wiederum für sein Wohneigentum
    einsetzen, kann er diesen Betrag auf eine Freizügigkeitseinrichtung überweisen.
    Bei Veräusserung des Wohneigentums beschränkt sich die Rückzahlungspflicht auf den
    Erlös. Als Erlös gilt der Verkaufspreis abzüglich der hypothekarisch gesicherten Schulden
    sowie der dem Verkäufer vom Gesetz auferlegten Abgaben. Für die Berechnung des
    Erlöses werden die innerhalb von zwei Jahren vor dem Verkauf des Wohneigentums
    eingegangenen Darlehensverpflichtungen nicht berücksichtigt, es sei denn, die versicherte
    Person weise nach, dass diese zur Finanzierung ihres Wohneigentums notwendig gewesen
    sind.
    Die Vorsorgeeinrichtung räumt dem Versicherten im Falle der Rückzahlung einen
    entsprechend höheren Leistungsanspruch gemäss ihrem Reglement ein.

    St. Heinrich-Stiftung

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